Rechenschwäche erkennen

- ©panthermedia.net Markus Nicolini
Meist fällt Eltern und Lehrern sehr schnell auf, dass das Kind im mathematischen Bereich eine geringere Leistung erbringt als vergleichsweise seine Mitschüler. Dem sollte recht bald nachgegangen werden, denn je früher eine Rechenschwäche erkannt wird, umso schneller kann eine Therapie begonnen werden.
Doch Kinder sind sehr anpassungsfähig und merken schnell, dass von ihnen eine bestimmte Leistung erwartet wird. Von seitens der Schule aber auch zu Hause und entwickeln oft selbst Strategien, um dann doch die geforderte Leistung zu erbringen. Dies erschwert das Erkennen einer Rechenschwäche, allerdings nur solange bis der Leistungsdruck auf das Kind so groß wird, dass seine Hilfsstrategien nicht mehr funktionieren. Hat das Kind bisher heimlich mit den Fingern gerechnet oder gar vom Mitschüler abgeschaut, so versagen irgendwann diese Strategien oder fallen auf.
Um eine Rechenschwäche erkennen zu können, ist vor allem Aufmerksamkeit wichtig. Eltern können darauf achten, wie sich das Kind bei den Hausaufgaben verhält. Auffällig ist, wenn einfache Rechenaufgaben heimlich mit den Fingern gerechnet werden, obwohl diese schnell im Kopf gelöst werden können. Oder wenn man die Vermutung hat, dass dem Kind das Verständnis für Zahlen und Mengen fehlt. Eltern sollten daher mit ihren Kindern über die Hausaufgaben sprechen und herausfinden, ob das Kind die Aufgaben auch versteht. Auch können Kinder mit einer Rechenschwäche ihre eigenen Körpergrenzen nicht bewusst erkennen. Verwechseln oft die Richtungen wie oben und unten, links und rechts, nah und fern. Mengen einzuschätzen fällt ihnen besonders schwer. Gibt man ihnen ein paar Bonbons in die Hand und fragt nach einer Schätzung wie viele Bonbons es sind, kann die Antwort dann schon mal übertrieben ausfallen,
Es sei hier jedoch noch einmal betont, dass Kinder mit einer Rechenschwäche keinesfalls dumm oder faul sind. Man geht sogar davon aus, dass nur hochintelligente Menschen eine derartige Schwäche über einen längeren Zeitraum verheimlichen können. Rechenschwäche ist weder eine Krankheit, noch ist diese Lernschwierigkeit schlimm. Sie sollte jedoch schnell erkannt werden, damit früh mit einem geeigneten Training begonnen werden kann. Nicht zuletzt auch, um das Kind von dem enormen Leistungsdruck zu befreien.
Kleine Checkliste für Eltern
Folgende Erscheinungsbilder können auf eine Rechenschwäche hinweisen, jedoch sind sie kein Garant dafür. Es handelt sich nur um Verdachtsmomente für eine Rechenschwäche:
- Schwänzen (Angst vor der Schule)
- Angst vor dem Mathematikunterricht
- Angst vor Klassenarbeiten und/oder Lehrer im Fach Mathematik
- Trotz erfolgreichen Übens fällt die Mathematikarbeit schlecht aus
- Abwehrende Reaktionen beim Üben
- Probleme bei der Benennung von Positionen (oben, unten, hinten, vorn, links, recht usw.)
- Probleme rückwärts zu zählen
- Aufgaben werden eher auswendig gelernt als rechnerisch gelöst
- Vertauschen von Rechenarten
- Vertauschen von Einer und Zehner
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