Förderung und Therapie

©panthermedia.net Steffen Winkler

Wenn beim eigenen Kind durch einen Rechenschwäche-Test erkannt wurde, dass eine Rechenschwäche vorliegt, dann stellt sich zugleich die Frage, wie es weitergeht. Rechenschwäche lässt sich therapieren, wobei es bei dem Begriff schnell den Anschein hat, dass es sich bei dieser Leistungsschwäche um eine Krankheit handelt. Aber dies ist nicht der Fall. Kinder mit einer Rechenschwäche sind durchaus gesund.

Eine Therapie ist jedoch nur sinnvoll, wenn Therapeut, Lehrer und Eltern an einem Strang ziehen. Wurde eine Rechenschwäche diagnostiziert, sollte ein Gespräch zwischen allen an der Erziehung beteiligten Personen stattfinden, damit therapiebegleitende Maßnahmen abgesprochen werden können. Im Einzelfall kann eine Befreiung von Hausaufgaben und Klassenarbeiten sinnvoll sein. Dies hängt jedoch vom der psychischen Verfassung des Kindes ab. Dem zufolge sollte dann auch eine Notenaussetzung für das Fach Mathematik angestrebt werden. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass das Kind unter Leistungs- und Konkurrenzschutz gestellt wird, solange die Therapie dauert. In diese Entscheidungen sollte das Kind mit einbezogen werden.

Die Rechenschwäche-Therapie sollte immer als Einzeltherapie erfolgen. Im vertrauensvollen Dialog zwischen Kind und Therapeut lernt das Kind seine eigenen Kapazitäten zu nutzen und sich Schritt für Schritt Wissen anzueignen. Das Ziel einer Therapie besteht zunächst in der Motivation des Lernen wollens und dies ist nur durch erste erfolgreiche Lernziele zu erreichen. Eine Therapie ist immer individuell auf das Kind und seinen Wissensstand zugeschnitten. In der Regel erfolgt wöchentlich eine Therapiestunde. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit ist es wichtig, dass die Therapiestunden immer beim gleichen Therapeuten erfolgen. Nach jeder Stunde sollte ein Gespräch mit den Eltern stattfinden, indem diese Fragen stellen oder Probleme ansprechen können.

Damit eine Therapie erfolgreich ist, sollten drei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die Therapie wird vom Kind selbst gewollt
  2. Das Kind muss den Therapeuten akzeptieren
  3. Lehrer und Eltern sollten die Therapie zunächst dem Therapeuten alleine überlassen und das Kind vom Leistungsdruck befreien

Sind diese Bedingungen erfüllt, kann eine Therapie, je nach Fall, innerhalb von einem bis drei Jahren erfolgreich abgeschlossen werden.